Wohnort Martin Friedländer

Bezirk: Mitte
Adresse vor 1945: Linienstraße 196
Adresse heute: Linienstraße 196, 10119 Berlin

Mit dem Erlass der "Nürnberger Rassengesetze" wurde Juden am 15. September 1935 das Hissen der Reichs- und Nationalflagge - dies war von nun an die Hakenkreuzfahne - verboten. Das Zeigen der "jüdischen Farben" - gemeint waren Weiß und Blau - war ihnen gestattet. Als Reaktion auf diese diskriminierende Regelung hängte Martin Friedländer zum jüdischen Neujahrsfest am 1. Oktober, eine weiß-blaue Flagge mit dem Davidstern aus dem Fenster seiner Wohnung im zweiten Stock des Hauses Linienstrasse 196. "Der Angriff", ein nationalsozialistisches Propagandablatt, berichtete darüber.
Friedländer gelang 1939 die Flucht nach Australien. Er änderte seinen Namen in Fried-Lander und gründete in der Fremde eine Importfirma, die er bis 1966 führte. Seine Fahne, die er mitgenommen hatte, stiftete er 1980 der damaligen Jüdischen Abteilung des Berlin-Museums. Die Flagge befindet sich heute im Jüdischen Museum Berlin.


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