Betstube Awrohom Mordehai Grynberg

Bezirk: Mitte
Adresse vor 1945: Grenadierstraße 37
Adresse heute: Almstadtstraße 26-28, 10119 Berlin

Seit der Zeit des Ersten Weltkriegs wirkte hier der aus einer Rabbinerfamilie in Bieżuń (Jiddisch: Besojn, nordwestlich von Warschau) stammende Rabbiner Awrohom Mordahai Grynberg (1867-1938). Grynberg war mit 24 Jahren Rabbiner in Besojn geworden und blieb dies für mehr als zwanzig Jahre. In dieser Zeit baute er dort ein Hospital mit auf. 1914 oder 1915 kam er - auf der Flucht vor den russischen Behörden - nach Berlin und wirkte hier zunächst als Rabbiner in der Chassidischen Synagoge Knesseth Jisroel. Später widmete er sich zunehmend der Betreuung in Berlin lebender osteuropäischer Juden, unter anderem durch die 1918/1919 erfolgenden Gründungen einer Talmud Tora Schule (Talmud Tora Ez Chajim) und zweier Betstuben an diesem Ort. Er galt als "Wunderrabbi", als religiöses Oberhaupt vieler derjenigen Juden in Berlin, die ihre religiös-kulturellen Wurzeln noch in Osteuropa sahen. Grynberg starb am 25. Juli 1938. Er liegt auf dem Friedhof Weißensee begraben.


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