Blindenwerkstatt Otto Weidt

Bezirk: Mitte
Adresse vor 1945: Rosenthaler Str. 39
Adresse heute: Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin

Otto Weidt (1883-1947) führte seit 1940 seinen Betrieb in die Rosenthaler Straße. Dieser galt als "wehrwichtig", da vor allem für den Bedarf des Militärs produziert wurde. Weidt beschäftigte etwa 35 überwiegend blinde und gehörlose Juden. Mit der Beschaffung gefälschter Pässe und der Versorgung Untergetauchter gelang es ihm und seinen Helfern, viele der in der Illegalität Lebenden, unter ihnen zum Beispiel Inge Deutschkron (*1922), vor Verfolgung und Ermordung zu bewahren. Durch Bestechung von Gestapo-Leuten vermochte er seine bereits verhafteten Mitarbeiter/innen aus dem Sammellager, dem früheren Jüdischen Altersheim Große Hamburger Straße (vgl. Jüdisches Altersheim Große Hamburger Straße), wieder frei zu bekommen. Nach 1943 arbeitete die Blindenwerkstatt Otto Weidt mit nur noch wenigen Menschen. Nach Weidts Tod 1947 führte seine Frau den Betrieb bis 1952 weiter. Heute befindet sich am historischen Ort ein Museum, welches Teil der Gedenkstätte Deutscher Widerstand ist.


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