Israelitische Taubstummenanstalt Jedide Ilmin

Bezirk: Pankow
Adresse vor 1945: Parkstraße 22
Adresse heute: Parkstraße 22, 13086 Berlin

1873 gründete der Pädagoge Markus Reich (1844-1911) in Fürstenwalde eine Schule für taube jüdische Kinder. 1884 wurde der "Verein Freunde der Taubstummen" (Jedide Ilmin) für die reichsweite Arbeit ins Leben gerufen. 1888 erwarb dieser das hiesige Grundstück. Bald darauf begann hier im Schulgebäude der Unterricht, der bis hin zu Klassen für die Hochschulreife ausgebaut wurde. Zusätzlich gab es einen Kindergarten.
Seit 1933 ließ das NS-Regime Taubstumme unterschiedlicher Religionsgemeinschaften zwangssterilisieren. Hiervon waren auch die Schüler der Taubstummenanstalt Jedide Ilmin bedroht. - Der Leiter der Anstalt, Felix Reich, wurde 1938 zeitweilig in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. Im Jahr darauf gelang es ihm, zehn Kinder und sich durch die Flucht nach England zu retten. 1942 wurden 146 Kinder, Jugendliche sowie verbliebene Betreuer der Taubstummenanstalt deportiert und ermordet.


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