Synagoge Fasanenstraße

Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Adresse vor 1945: Fasanenstraße 79-80
Adresse heute: Fasanenstraße 79-80, 10623 Berlin

An dieser Stelle konnte 1912 die Synagoge Fasanenstraße eröffnet werden. Es handelte sich mit 2.000 Sitzplätzen um eines der größten Gotteshäuser für die damals in Charlottenburg lebenden ca. 27.000 Juden. Bereits vor 1933 kam es mehrfach zu antisemitischen Vorfällen im Umfeld des Synagogenbaus.
Nach Schändungen bei den Pogromen am 9./10. November 1938, die direkt auf eine Anordnung des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels (1897-1945) zurück zu führen waren, brannte das Gebäude aus, da die Feuerwehr nicht löschte, sondern nur ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude zu verhindern suchte. Ernst Günter Fontheim, damals 16 Jahre alt, war hierbei Augenzeuge.
Die zudem durch Luftangriffe zerstörte Ruine wurde abgetragen. 1959 weihte man den Bau des heutigen Jüdischen Gemeindehauses ein. In dessen Front sind Fassadenteile der alten Synagoge eingefügt. Ein Gedenkfries verweist vor dem Gebäude auf die Lager, in denen auch Juden aus Berlin in der Shoa ermordet wurden. Zudem befindet sich hier eine 1987 errichtete stilisierte beschädigte Thora-Rolle. 2010 kam eine Tafel hinzu, auf der an ursprünglich aus der ehemaligen Sowjetunion stammende Gemeindemitglieder erinnert wird, die im Zweiten Weltkrieg gegen die Nationalsozialisten gekämpft haben.


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