Wohnung Kurt Singer - Gründungsort des Kulturbundes

Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Adresse vor 1945: Mommsenstr. 56
Adresse heute: Mommsenstr. 56, 10629 Berlin

Kurt Singer (1885-1944), Musikwissenschaftler, Dirigent, Arzt und Regisseur, lebte an diesem Ort. Die von ihm maßgeblich initiierte Gründung des "Jüdischen Kulturbundes" (vgl. Jüdischer Kulturbund) erwies sich als wichtiges Moment der Selbstbehauptung jüdischer Künstler angesichts der Verfolgung durch die NS-Behörden und des Verlusts ihrer beruflichen Existenz.
Um ihnen Arbeits- und Auftrittsmöglichkeiten zu erhalten, fungierte der Kulturbund als Selbsthilfeorganisation, die bis 1941 bestehen konnte. Singer emigrierte 1938 nach Amsterdam und wurde dort 1943 verhaftet. Er wurde in das Konzentrationslager Westerbork und danach in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Hier starb er an den Folgen der Haft.


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Orchester des Jüdischen Kulturbundes, Johannes Brahms, Rhapsodie aus Goethes Harzreise im Winter
Dirigent: Kurt Singer, 1934 oder später

Akademie der Künste, Berlin