Ernst Günter Fontheim

Ernst Günter Fontheim wurde 1922 in Berlin als Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts und seiner jüdischen Frau geboren. Als Schüler sah Fontheim am 10. November 1938 die brennende Synagoge Fasanenstraße. Nachdem ihm der Schulbesuch als Jude unmöglich gemacht worden war, lernte er Englisch. Er hoffte, mit dieser Qualifikation leichter emigrieren, beziehungsweise in der Fremde Fuß fassen zu können. Nach seinem Abitur im März 1940, konnte er sich in einer ORT-Schule zum Schlosser ausbilden lassen. Im April 1941 wurde er zur Zwangsarbeit bei Siemens eingezogen. Die Familie musste zwangsweise in ein "Judenhaus" umziehen. Am 24. Dezember 1942 wurden Fontheims Eltern und seine Schwester verhaftet und im Januar 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Ende Januar 1943 ging er in den Untergrund, um der Deportation zu entgehen. Fontheim begann nach der Befreiung ein Physikstudium an der Technischen Universität Berlin. 1947 wanderte er in die USA aus, wo er zum Ph.D. in Physik promovierte und dann dort als Physiker arbeitete.


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Ernst Günter Fontheim (*1922) über die Schändung der Synagoge Fasanenstrasse und Ausschreitungen gegen Juden am 10. November 1938.
Interview mit Beate Meyer in Berlin, 26. Mai 1999 [Auszug] (Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum, Berlin)

Der hier erwähnte Dr. Wollheim war ein Lehrer Fontheims, der seinem Schüler riet, von der Schule rasch nachhause zu fahren, um während des Pogroms als Jude nicht noch stärker gefährdet zu sein.