Marcel Reich-Ranicki

Marceli Reich wurde 1920 in Włocławek, Polen in eine Familie geboren, die ihr Judentum eher verbarg. Nachdem der Vater Bankrott anmelden musste, schickte man 1929 den Sohn Marceli zu wohlhabenden Verwandten nach Berlin. Hier besuchte er das Werner Siemens-Reformrealgymnasium, dann das Fichte-Gymnasium. Die Aufnahme als Student wurde ihm als Jude an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin 1938 verweigert. Ende Oktober 1938 schoben ihn deutsche Behörden Reich nach Polen ab. 1940 deportierten ihn die deutschen Behörden in das Warschauer Ghetto. Um der Ermordung zu entgehen, versteckte er sich und überlebte im Untergrund. - Aus Dankbarkeit für die Befreiung arbeitete er nach Kriegsende für die polnische Geheimpolizei und den Auslandsnachrichtendienst und führte nun auch den Namen Ranicki, da ihm Reich als zu deutscher Name erschien. 1958 nach Westdeutschland gekommen, wurde er zum führenden Literaturkritiker der Bundesrepublik. Marcel Reich-Ranicki starb 2013.


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