Else Lasker-Schüler

Elisabeth (genannt: Else) Schüler (1869-1945) wuchs als Tochter eines Privatbankiers und seiner Frau in Elberfeld auf. Ihre Eheschließung mit dem Arzt Dr. Jonathan Berthold Lasker brachte sie 1894 nach Berlin. Um die Jahrhundertwende veröffentlichte sie erste Gedichte. 1903 trennte sich das Ehepaar. Else Lasker-Schüler heiratete den Schriftsteller Georg Lewin (Pseudonym: Herwarth Walden; 1878-1941). Ab 1912 war Lasker-Schüler mit dem Autor Gottfried Benn (1886-1956) liiert. Sie hatte Kontakt zum Maler Franz Marc (1880-1916). Vom letzten Wohnort Else Lasker-Schülers in Berlin aus begab sie sich in die Emigration nach Erez Israel, wo sie verstarb. - Eigenes Erleben, Idealbilder Palästinas, speziell Jerusalems, biblische Themen und Erfahrungen des Exils mischen sich in Lasker-Schülers expressionistischem Werk.


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Migration: Else Lasker-Schüler

Flucht und Zwangsmigration: Else Lasker-Schüler verließ Berlin (Wohnort Else Lasker-Schüler) über die Schweiz. Ihrem Zahnarzt Hermann Leisinger (1898-1986) in Zürich schrieb sie am 21. Juni 1938:
„Hochzuverehrender Herr Doktor, Ich bin die Dichterin Else Lasker-Schüler und wagte nicht bisher zu ihnen zu kommen, zu Ihnen dem Arzt, von dem so viele Menschen vertrauend sprechen, da ich eine Emigrantin bin und nur abzahlen könnte und ich kann ja nicht wissen, ob Sie zu meinem Wort vertrauen? … Darf ich eintreten? Morgen Mittwoch Vormittag?“
(Else Lasker-Schüler an Hermann Leisinger, 21. Juni 1938, in: Else Lasker-Schüler. Briefe 1941-1945. Nachträge. Bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki und Andreas B. Kilcher, Frankfurt a.M. 2010, S. 466.)

1939 emigrierte Else Lasker-Schüler endgültig nach Jerusalem/Palästina. An den Pädagogen und Philosophen Ernst Akiba Simon (1899-1988), der bereits 1928 nach Palästina eingewandert war, wandte sie sich 1941 um Hilfe: „Verehrter Adon. Wissen Sie einen Ausweg für mich, so schlecht geht es mir wo ich wohne und weiß mir keinen Rat. Ich habe den ganzen Winter über nur gearbeitet – ein ganzes Theaterstück 7 Akte gedichtet im ungeheizten eiskalten Zimmer und nie dem Wirt geklagt, auch versuchte ich immer wieder seine Beschimpfungen einzustecken, bezahle die letzten 4 Monate 6 Pfund für mein sehr einfaches Zimmer ohne irgend auch nur ein Glas Thee. …Ich lebte so hin wie etwa Gefängniß sein muß …“ .
(Else Lasker-Schüler an Ernst Simon, 13. Juni 1941, in: Else Lasker-Schüler. Briefe 1941-1945. Nachträge. Bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki und Andreas B. Kilcher, Frankfurt a.M. 2010, S. 34.)