Franz Hessel

In Stettin 1880 geboren, zog Franz Hessel, nach dem Tod des Vaters, 1888 mit Mutter und Bruder nach Berlin. Nach Studien in Jura und Orientalistik lebte er als Künstler und Bohemien auch in München und Paris. Er pflegte Kontakte zu Schriftstellern wie Karl Wolfskehl (1869-1948), Stefan George (1868-1933) oder Fanny/Franziska Gräfin zu Reventlow (1871-1918). In seinem Werk widmete er sich Deutschland und Frankreich vor dem Ersten Weltkrieg sowie Betrachtungen zum Großstadtleben in Berlin. Seine Dreierbeziehung mit der Malerin Helen Grund (1886-1982) und dem Kunsthändler und Autor Henri-Pierre Roché (1879-1959) wurde in der literarischen Verarbeitung durch letzteren zur Vorlage für den Film "Jules et Jim" von François Truffaut (1932-1984). 1938 floh Hessel in das südliche Frankreich. Hier wurde 1941 im Lager Les Milles von den mit den Deutschen kooperierenden südfranzösischen Behörden für zwei Monate interniert. Nach der Entlassung starb er an den Folgen der Haft im gleichen Jahr in Sanary-sur-Mer. - Hessels Sohn war der Diplomat und Autor Stéphane Hessel (1917-2013).


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